Zürcher Landsgemeinde 2011


Mit einer Landsgemeinde ist es noch lange nicht getan

Die Welt braucht eine zweite. Und mehr davon! Wann und wo die nächste stattfindet, wissen wir noch nicht. Aber auch die wird wieder für alle sein. Und für die scheinbar verqueren Ideen, denen wir uns zu stellen haben, wenn wir als Gesellschaft nicht in einer Verfahrensdemokratie erstarren wollen.

Mit der Zürcher Landsgemeinde 2011 haben wir Räume erforscht: Twitter. Facebook. Das Web überhaupt. Die Zürcher Medienlandschaft. Die Gemüsebrücke. Unterschiedliche Demokratieformen. Den Spielraum, den es in einer Stadt wie der unseren für alternative Szenarien gibt.

Insofern ist unser Landsgemeinde-Projekt auch ein Experiment. Wie soll dieses eurer Meinung nach weiter gehen? Wann? Wo? Und möchtet ihr etwas beitragen? Meldet euch! Wir sind gespannt auf Kommentare: Rückmeldungen, Anregungen, Schelte, Ideen.

Fragen, Anregungen, Kritik und sonstige Kommentare zur Landsgemeinde kannst du in der allgemeinen Diskussion anbringen. Alternativ kannst du uns über dieses Formular direkt kontaktieren.

Die Zürcher Landsgemeinde vom 1. August 2011 hat entschieden

Ja zu Vorschlag #15: Bedingungsloses Grundeinkommen

Ja zu Vorschlag #13: Verpflichtung der Schweizer Unternehmen zur Einhaltung der Menschen- und Völkerrechtskonventionen weltweit

Ja zu Vorschlag #16: Reform des Geldes – für eine stabile und nachhaltige Wirtschaft!

Ja zu Vorschlag #34: Für die Erhaltung des Güterbahnhofs Zürich. Kein PJZ mitten in Zürich.

Vielen Dank allen Anwesenden! Unter der gleissenden Sonne auf der Gemüsebrücke habt ihr ein Zeichen für mehr Demokratie gesetzt.

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Das Resultat der Vorabstimmung steht

Bis am Freitag, 29. Juli sind 55 Vorschläge eingereicht worden, und man konnte in der Vorabstimmung online seine Stimme für sie abgeben. Die folgenden Vorschläge haben es auf die ersten 10 Plätze geschafft:

1. Vorschlag #15: Bedingungsloses Grundeinkommen
2. Vorschlag #36: Abschaffung der Nutztierhaltung
3. Vorschlag #16: Reform des Geldes – für eine stabile und nachhaltige Wirtschaft!
4. Vorschlag #34: Für die Erhaltung des Güterbahnhofs Zürich. Kein PJZ mitten in Zürich.
5. Vorschlag #4: Hauptbahnhof werbefrei!
6. Vorschlag #13: Verpflichtung der Schweizer Unternehmen zur Einhaltung der Menschen- und Völkerrechtskonventionen weltweit
7. Vorschlag #22: Bürgerrecht für Alle!
8. Vorschlag #7: Licht aus
9. Vorschlag #5: Grand Café statt Apotheke!
10. Vorschlag #28: Rückzahlung von Subventionen durch Bauern bei Baulandverkauf

Die grossen Entscheide fallen am 1. August!

Aus den 10 in der Vorabstimmung erstplatzierten Vorschlägen wählt die versammelte Landsgemeinde am 1. August 4 Vorschläge aus, über die dann debattiert und abgestimmt wird.

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Vorschlag #55: Schafft den «1. August» ab!

Der Schweizer Nationalfeiertag ist kein historisches Datum, sondern wurde 1891 vom Bundesrat rechtzeitig zur «600-Jahrfeier» der «Eidgenossenschaft» erfunden. Die Bundesverfassung von 1848 war der Obrigkeit zu wenig wert, also legte man den Rütlischwur von 1291 kurzerhand auf den 1. August und erhob ihn endgültig zum Gründungsmythos. Mit Demokratie hatte dieses Märchen nichts zu tun! Seither flüchten jedes Jahr Tausende vor diesem patriotischen Gesülz über die Alpen.

Schluss mit diesem Trauerspiel, Freiheit für ein unschuldiges Datum!

Eingereicht von: Benjamin Klein, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

8 votes, average: 1,00 out of 1 8 Stimme(n)

Vorschlag #54: Velo-Miet-System in Zürich (analog Paris)

Beim Helvetiaplatz ein Velo aus dem Ständer nehmen. Und bei der Pumpstation wieder abstellen. Mit dem Miet-Velo ganz einfach zur Arbeit fahren – ohne dass das Eigene geklaut wird. Oder mit Freunden einfach durch die Stadt fahren. So was braucht’s doch: ein Velo-Miet-System über die ganze Stadt verteilt.
Und warum braucht’s das? Damit es weniger Verkehr gibt. Weil es einfach Spass macht. Damit die Bäänker nicht mehr motzen, dass es zu wenig Parkplätze gibt. Damit man zu Zweit rümdüsen kann – einfach so wie in Paris.

Eingereicht von: Robin Burgauer, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

9 votes, average: 1,00 out of 1 9 Stimme(n)

Vorschlag #53: Solidarität mit der Opposition in Syrien

Zürich soll keine Beamten oder System-freundliche Geschäftsleute mehr von Syrien beherbergen und kein Geld von Assad-freundlichen Kunden mehr verwalten lassen. Somit soll Druck aufgebaut werden, dass Assad gestürzt wird.

Eingereicht von: Christophe/Diederich, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

3 votes, average: 1,00 out of 1 3 Stimme(n)

Vorschlag #52: Elternschaftsurlaub

Zur Zeit haben in den meisten Kantonen arbeitende Mütter Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und Väter bekommen nur wenige Tage frei. Das schreibt eine Rollenverteilung vor, die nicht zu allen Paaren passt und zudem das soziale und wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern verstärkt. Deshalb schlagen wir folgendes vor:
1. Wenn eine Frau ein Kind gebärt oder ein Paar ein Kind adoptiert, haben beide Elternteile zusammen Anrecht auf 20 Wochen Elternschaftsurlaub.
2. Das Paar kann sich die Ferien beliebig aufteilen, unter der Bedingung, dass jedes Elternteil mindestens 4 Wochen Ferien nimmt. Diese 4 Wochen werden ansonsten verfallen. Selbstverständlich gilt diese Regelung auch für gleichgeschlechtliche Paare.
Somit enstehen neue Möglichkeiten für Männer und Frauen sich im Beruf und in der Familie zu entfalten.

Eingereicht von: Dana & Adina, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

23 votes, average: 1,00 out of 1 23 Stimme(n)

Vorschlag #51: pingpong-tische zurück in die bäckeranlage!

die “randständigen” dieser stadt wird man nicht los, indem man pingpong-tische abmontiert.
eher zum lachen ist die begründung von langstrasse-plus-rolf vieli: «Die Tische wurden als Abstellfläche für Alkohol und Unterlage zum Dealen verwendet»http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Kampf-gegen-Randstaendige-in-Baeckeranlage/story/28505258
tatsächlich haben sehr viele leute die tische auch anders genutzt – zum pingpong spielen.
in eine stadt gehören für mich auch leute, die nicht nur die sonnenseite erleben. denn solche gibt es nun mal. sogar in der schweiz. ihr ängstlichen mütter und papis in der bäcki: erklärt das doch lieber euren kindern, anstatt homogene, künstliche lebensräume zu schaffen.
lieber auch randständig als nur anständig.

Eingereicht von: Max Rudolph, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

56 votes, average: 1,00 out of 1 56 Stimme(n)

Vorschlag #50: bänke mit tischen / überdachte bänke

es sollten etwa ein duzend (bestehende) bänke mit tisch ausgestattet werden; davon 2, 3 überdachte wären schön.
weil:
man sollte ohne konsumationszwang an der frischen luft rückenfreundlich schreiben können.
auch zum lesen und für anderes ist es angenehm einen tisch zu haben.
es ist auch schön im regen draussen zu sitzen.
geniessen von (wetter-)stimmungen kann stresslösend wirken und zur individuellen zufriedenheit beitragen…
mein persönlicher wunsch wäre ein überdachter tischbank am see.

Eingereicht von: Daniel Zahnd, Zürich

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

8 votes, average: 1,00 out of 1 8 Stimme(n)

Vorschlag #49: Biel/Bienne, Hauptstadt und Bundesbezirk

In Anlehnung an Washington, D.C. soll Biel/Bienne als dem Bund direkt unterstelltes Gebiet Hauptstadt der Schweiz werden. Biel/Bienne bildet, anders als Bern, als zentral gelegene, grösste zweisprachige, offene Stadt eine echte Brücke zwischen der französischen und der deutschen Schweiz. Als Bundesbezirk würde es ausserdem keine Rolle mehr spielen, zu welchem Kanton Biel gehört, wenn ein neuer Kanton Jura oder ein Kanton Jurabogen mit den heutigen bernjurassischen Gemeinden gegründet wird. Schliesslich würde der Bund mit dieser Lösung direkt für die Kosten, etwa für Infrastruktur und Sicherheit, aufkommen, die er heute dem Kanton und der Stadt Bern überwälzt. Biel/Bienne ist so anders, das es nichts anderes als eine Hauptstadt sein kann.

Eingereicht von: Urs Scheuss, Biel/Bienne

Eingereicht für die Zürcher Landsgemeinde 2011.
Resultat der Vorabstimmung:

15 votes, average: 1,00 out of 1 15 Stimme(n)