Vorschlag #4: Werbefreie Stadt Zürich

Was Sao Paulo kann, das kann auch Zürich: keine Werbung mehr auf Strassen und Gebäuden. Die Paulistanos sind auch nach mehreren Jahren Werbefreiheit immer noch sehr zufrieden mit der Entscheidung und geniessen das schlichtere Erscheinungsbild ihrer Stadt ohne Leuchtreklamen und anderem nervösen Firlefanz!

Eingereicht von: Lukas Spühler, Genf

Eingereicht für die Landsgemeinde Zürich 2012.
Resultat der Vorabstimmung:

129 votes, average: 1,00 out of 1 129 Stimme(n)

6 Responses to Vorschlag #4: Werbefreie Stadt Zürich

  1. Genau so ist es. Selbst Werber und Grafiker in São Paulo trauern den Kommerzplakaten im öffentlichen Raum nicht nach. Es gibt schliesslich immer noch alle anderen Werbeformen. Und wer mehr Farbe will, als – wie bei uns – ohnehin da ist, für den bietet S.P. ein reichhaltiges Angebot an kunstvoller Graffiti.

    Das heisst: Es funktioniert und es macht schöner. Ich gebe mein Herz der werbefreien Stadt.

  2. Dies ist ein völlig unnötiger Eingriff in die Meinungsfreiheit! Hier schwingt, mit pseudoästhetischen Rechtfertigungen, ein unterton von “erlaubt ist was nicht stört”-totalitarismus mit. Wollen Sie auch Lärm, Dreck, Abfall, Gestank und schlecht angezogene Mitbürger verbieten?
    Falls Sie die Werbung stört, können Sie ja aufs Land ziehen, zum Beispiel ins Haus der Stille in Affoltern a. A.
    Verbieten SUCKS!

    • @J-Lo. Das Bewerben von Produkten hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun und dies in zweierlei Hinsicht. Erstens: Werbung versucht nicht, eine freie Meinung zu fördern, sondern sie zu behindern, in dem sie unser Unbewusstes und unsere Emotionen anspricht. Zweitens: Meinungsfreiheit bezieht sich auf politische Rechte, nicht wirtschaftliche. Es ginge also eher um Gewerbefreiheit oder Eigentumsrechte. (Wem gehört die Schweiz?..) Sechseläuten, Langstrassenfest, Demonstrationen oder andere Kommunikationsformen im öffentlichen Raum finde ich absolut begrüssenswert. Auch Strassenmusik, Strassentheater, Strassenphilosophie…Aber ich kann auch verstehen, dass Bewohner des Kreis 4 beim sommerlichen Dauerlärm an ihre Toleranz-Grenzen kommen. Der grösste Teil der Schweizer Seeküsten ist von privaten Grundstücken besetzt und von der Öffentlichkeit nicht nutzbar (obwohl vom Gesetz anders vorgesehen). Warum soll im öffentlichen Raum ebenfalls alles von Privatinteressen zugepflastert sein? Es gibt Fernsehen, Zeitung, Internet und tausend andere Möglichkeiten, auf Produkte aufmerksam zu machen. Zudem sind diese Medien viel besser geeignet detailliert über die Vorzüge der Produkte aufmerksam zu machen. (oder ist das gar nicht die Absicht?)
      Sollte die Stadt Zürich werbefrei werden, können sie ja nach Shanghai ziehen, dort kommen sie bestimmt auf ihre Rechnung. ;-)

  3. “Werbung versucht nicht, eine freie Meinung zu fördern, sondern sie zu behindern, in dem sie unser Unbewusstes und unsere Emotionen anspricht.”
    -> Die Auswirkung einer Meinungsäusserung darf kein Grund sein den Akt der Äusserung zu verbieten, mit Ausnahme von Hassreden und Anstacheln zu verbotenen Taten (Pampers oder Zahnpasta kaufen fällt nicht darunter). Beispiel: die Publikation von Forschungsergebnissen zur Vogelgrippe sollte nicht aufgrund eines potentiellen Missbrauchs für terroristische Zwecke verboten werden.

    Abgesehen davon: viele Äusserungen ziehlen auf das ‘unbewusste’ (wohl eher unterbewusstsein) oder die Emotionen. zb. eine Liebeserklärung, oder die Fussballfan-Songs im Stadion. Verbieten?

    “Meinungsfreiheit bezieht sich auf politische Rechte, nicht wirtschaftliche.” Ich finde diese ad hoc definition sehr eng. Falls jemand wirtschaftlichen Profit aus der (freien) Äusserung einer Meinung zieht, was soll daran so falsch sein? ein Schriftsteller oder Journalist, ein Verlag oder Medienhaus macht nichts anderes. Also meiner Meinung nach ist Meinungsfreiheit kein rein politisches Recht.

    Gegenüber dem letzten Punkt, dass der öffentliche Raum nicht von Privatinteressen vereinnahmt werden soll, bin ich grundsätzlich sympathisch eingestellt. Allerdings stellt die Präsenz von Werbung keine solche übernutzung dar: der Wert, welchen Sie aus ihrer Nutzung des öffentlichen Raumes ziehen, wird nicht kleiner durch die Präsenz der Werbung, AUSSER aus rein ästhetischen Gründen (zb. wenn sie George Clooney’s Gesicht einfach nicht mehr anschauen können). Allerdings sind wir dann wieder beim gleichen Problem wie mit den schlecht angezogenen Mitbürgern….

  4. Ich kann ihrer Argumentation leider nicht folgen, denn ich bin nicht ihrer Ansicht, dass es sich bei Werbung um eine Meinungsäusserung handelt. Eine weitergehende Diskussion kann somit nicht stattfinden. Falls die Stadt Zürich eines Tages für werbefrei erklärt würde, müsste dann eventuell ein Gericht über die Verfassungsmässigkeit des Entscheides befinden.

  5. Pingback: Social Media – der Ausweg für eine werbefreie Stadt? | SwissRoman

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