Vorschlag #7: 2015: Halbierung des extremen Reichtums.

Dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser wos weniger guet geit… Das Lied von Mani Matter wird täglich aktueller.
Die UNO will bis 2015 die extreme Armut halbieren. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn auch der extreme Reichtum halbiert wird.
Die Schere zwischen arm und reich schadet allen – auch den Reichen.

Eingereicht von: Alec Gagneux, Brugg

Eingereicht für die Landsgemeinde Zürich 2012.
Resultat der Vorabstimmung:

142 votes, average: 1,00 out of 1 142 Stimme(n)

17 Responses to Vorschlag #7: 2015: Halbierung des extremen Reichtums.

  1. Peter Baumgartner

    Ein einleuchtender und guter Vorschlag! Wie sieht aber die Umsetzung aus?

    • 3 Beispiele:
      A: Es ist bekannt, wer zu den 1% gehört, welche 1/2 der weltweiten Vermögen hortet. Als Sofortmassnahme können diese Menschen global besteuert werden. Die UNO will ja auch mit der Staatengemeinschaft die Armut halbieren – also kann sie auch den Reichtum global besteuern – wenn die Korruption innerhalb der UNO ausgeschaltet wird.
      B: Initiativen wie die Vollgeldreform.ch können mittelfristig dafür sorgen, dass Bankster nicht mehr aus Luft (Buch-)Geld (kaum 25% des Geldes wird noch von Nationalbanken herausgegeben) schöpfen können.
      C. Kirchen könnten das biblische Zinsverbot wieder thematisieren – wenn sie tat-sächlich Interesse haben, dass unnötiges Leiden reduziert wird. Leider vermehren die meisten Kirchenleute heute gierig Geld mit Geld – und ignorieren die eigene Wirtschaftsethik (man darf mit der Armut keine Geschäfte machen).

      • Lieber Herr Gagneux. Ich kann Ihre Voten quasi durchgehend unterschreiben. Ich frage mich nur, warum Sie nicht bei uns – bei Occupy Zürich dabei sind? http://www.occupyzuerich.ch – Denn – eine Veränderung ist nur auf globaler Ebene möglich. Der Druck muss demnach vom Volk ausgehen, so müssen die Politiker zum Handeln gezwungen werden, oder aber neue gewählt werden, wenn die alten vom Finanzterrorismus schon zu stark zertört sind. Die Veränderung durch das Volk (99 %) hat sich die Bewegung auf die Fahne geschrieben. Zugegeben Occupy serbelt ein bisschen zur Zeit. Aber nur ein bisschen. Es gibt in praktisch allen Ländern, in denen die Occupy-Bewegng gegründet wurde letzten Herbst, einen sehr harten engagierten Kern. Und wenn die Entwicklung so weiter geht wie sie im Moment geht – Stichwort Liborgate – dann wird die Occupy-Bewegung wohl auch wieder wachsen.

      • oh jeh oh jeh,
        die bösen Reichen. Mein Gott, der Klassenkampf ist tot;
        Enteignungen verstärken Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit.
        Es gibt kein göttliches Gesetz, das hohe Steuern legitimieren würde.
        Schaut Euch um auf dem Misthaufen der Geschichte.
        Zinsverbot – wo denkst Du hin?
        Wen hast Du schon jemals ein Darlehen gewährt?
        Do not occupy!
        Be grown up!

        • Darf ich hoffen, dass Bernhards Feststellungen ironisch gemeint sind. Ansonsten wäre diese Einstellung bedauerlich.
          Übrigens: Zinslose Darlehen sind eines der nachhaltigen Werkzeuge, um der unsinnigen Umverteilung zugunsten der Vermögendsten entgegen zu wirken. Etwas deutlicher: Nur wer erkennt und sich eingesteht, dass das wachsende Ungleichgewicht letztlich uns alle – auch die Reichen – trifft, wird in der Lage sein, im Einklang mit INWO und Mani Matter zu handeln. Schade, wenn Bernhard dies noch nicht erkannt hätte.

          • Born Bernhard F.

            Du liebst wohl Selbstbedienungsladen?
            Gehe fest arbeiten, damit wir Dich anschliessend enteignen können.
            Mal schauen, wass Du wirklich schafftst – natürlich unter Einhaltung der Gesetze. Ach, was hat Du für ein Problembewusstsein? Woher hast Du das bloss. Sende mir all Dein Geld, dann bist Du gemäss Deiner Logik Deine Probleme los. Ach, Deine kurzen Gedanken tun mir weh! Do no more occupy! It’s not legal! Achte Deine Eltern und trachte nicht nach dem Vermögen Deines Nächsten!

        • Wie schon ein Herr Rothschild gesagt hat:

          Die breite Masse ist zu dumm zu begreifen, dass das System gegen sie arbeitet.

          Einige begreifen immer noch nicht, dass die Verbindung zwischen Geld und der Schuld (im Zusammenhang mit dem Zins) eine Umverteilung stattfindet, die durch Lohnkürzungen, Staatssteuern und Produkte (in jeder Steuer und in jedem Produkt sind Zinskosten angerechnet), der breiten Masse das Geld (und somit Kaufkraft) entzieht. Das entzogene Geld wird wieder in Aktien und Staatsanleihen investiert. Und natürlich erhöhen sich die Schulden des Staates, wenn es Staatsanleihen herausgibt.

          Trennen Sie das Geld von der Schuld, dann hätte keiner ein Problem mit ihren Reichen. Wenn Sie es nicht tun, dann……

  2. “Wir werden also, bei sonst gleichen Verhältnissen, jenes Land als auf der höheren Stufe volkswirtschaftlicher Entwicklung stehend zu bezeichnen haben, in welchem der Mittelstand am meisten vertreten ist. Wo aber der Mittelstand sich in fortschreitender Auflösung befindet, dort haben wir eine direkt dem Verderben entgegenreifende Entwicklung vor uns, und zwar umso sicherer, je größer der Reichtum ist, welcher diesen Auflösungsprozess des Mittelstandes begleitet.”

    Dr. Gustav Ruhland, Berlin 1895

    Im Jahr 1887 entschloss sich Reichskanzler Bismarck dazu, klären zu lassen, warum alle Hochkulturen und Weltreiche in der Geschichte untergegangen sind. Als geeignete Person wurde der Professor für politische Ökonomie der Universität Freiburg (Schweiz), Gustav Ruhland, ausgewählt. Bismarck forderte von dem Professor, dass er kein neues Geschichtsbuch, sondern die konkreten Ursachen für die Vorgänge dargelegt haben wolle. Als Ruhland im Jahr 1890 von seinen weltweiten Reisen zurückkehrte, war Bismarck bereits nicht mehr im Amt, die Erkenntnisse konnten nicht mehr verwertet werden.
    Interessant sind die Entdeckungen trotzdem, da sie klar darlegen, dass in der Geschichte immer der gleiche Zerstörungsmechanismus beim Untergang von Völkern und Kulturen im Spiel war.

    Egal, ob es sich um die Geschichte der Griechen, Römer, Araber, Spanier usw. handelt, die Ursache des Unterganges war immer in der Ökonomie zu suchen. Dabei spielten die Zinsen die entscheidende Rolle:

    Zinsen > Vermögenskonzentration > Verschuldung > Zinssklaverei > Dekadenz – Brot und Spiele > Gesetze/Steuerlast – Unruhen > Zusammenbruch

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    Dass eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt (und in “God´s own country” schon wieder einstellen musste), sich noch immer im zivilisatorischen Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) befindet und darum – was von den “Verantwortlichen” noch gar nicht gesehen wird – heute vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) steht, beruht auf einer uralten Programmierung des kollektiv Unbewussten, die den Kulturmenschen “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Geld machte, lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  3. Ich denke nicht, dass die Schere zwischen Arm und Reich den Reichen schadet, im Gegenteil, sie produziert ja gerade den extremen Reichtum. Die Reichen leiden sicher nicht daran, reich zu sein… auch wenn dieses Motiv so häufig in Filmen gut funktioniert. Das echte Leben ist leider nicht so kitschig gut.
    Ist halt so, Umverteilung von Wohlstand und auch soziale Chancengleichheit etc. werden eben nicht allen gefallen, machen wir uns nix vor, wer (Geld / Chancen) hat wird abgeben müssen…Alles andere ist Illusion. Dies gilt ja nicht nur für den extremen Reichtum. Wenn beispielsweise Männer für die arbeitsmarkttechnische Gleichstellung der Frauen sind, dann müssen sie auch akzeptieren, dass sie in dem Fall ihre privilegierte Position verlieren, weniger Stellen, mehr Konkurrenz, Lohnausgleich, etc. Mag sein, dass Männer auf einem höheren ideellen Level und bestimmten Bereichen von der Gleichberechtigung profitieren und das Ganze abstrakt gut finden. Was aber eigentlich zählt ist, ob sie bereit sind, die kleinen Umverteilungen auf dem Arbeitsmarkt individuell für sich selbst zu akzeptieren? Häufig eben nicht. Daher braucht es Quoten, Gesetze, Demonstrationen, Lobbying etc… Die Frage meines Vorkommentators ist also berechtigt, wie bringt man die soziale Gruppe der Superreichen dazu, Dinge zu tun, die sie nicht tun will? Das ist die eigentlich zentrale Frage.

  4. Gré Stocker-Boon

    Liebi Lüüt,

    Das meiste Kapital und Land haben die Männer in der Hand, meiner Meinung nach sollten sie die Männer im Allgemeinen, das unter einander regeln und dafür sorgen das dies in der Ordnung kommt und verteilt wird.Wenn wir Frauen uns zu weit vorstrecken, dann kommen wir in die Schusslinie und sind dann schnell wieder einmal sogenannt hysterisch.Das kennen wir zu Genüge aus unsere Frauengeschichte.

  5. Ob die Halbierung von extremem Reichtum zu einer Halbierung von extremer Armut führt, geschweige denn zu einem Ende von extremer Armut, steht in den Sternen geschrieben. Extremer Reichtum für alle!

  6. Pierre Güntert

    Das spiegelbildliche Vorhandensein von Schulden und Vermögen wird von Vielen weder erkannt noch entsprechend wahrgenommen – dass dasdurch sowohl Vermögen und Schulden gleichwertig sind, d.h. beides Gut oder beides Schlecht, jedenfalls nicht unterschiedlich, da sie sich gegenseitig bedingen, da ist noch einiges an Bewusstseinsbildung zu tun!

    • Ich möchte mich dem Vorredner anschliessen (hoi Pierre!): Es geht nicht (nur) um moralische^, ethische und soziale Fragen – sondern schlicht um den technischen Fakt, dass Vermögen Schulden bedingen – auch jede Pensionskasse! Die Schulden und Vermögen sind z.B. in Deutschland völlig synchron zwischen1950 und 2000 von je 30% auf je 230% des BIP (also in etwa teuerungsbereinigt) gewachsen. D.h. die Volkswirtschaft musste beretis 2000 relativ über das 7 fache an Zinslast tragen, gegenüber den sog. Wirtschaftswunderzeiten. Kein Wunder also! Man kann also zum Beispiel keine Staatsschulden reduzieren, wenn nicht Vermögen reduziert werden! Sonst werden sie nur verlagert! In der Schweiz muss sich der Staat etwas weniger verschulden, weil dafür die Hypothekarverschuldung auf der privaten Seite weltweite Rekordmarken bricht – etc.. Der aus den Vermögen entstehende Anlagedruck ist z. Zt. das grösste Problem der Welt!

      • Born Bernhard F.

        oh jeh mi neh … das darf nicht wahr sein.
        Zurück zu Feld 1 – das fehltl’s doch tüchtig am handfesten Wissen

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